Was bedeutet Innovation für dich?

Diese Frage stelle ich immer zu Anfang eines Workshops. Ich stelle sie prinzipiell sehr gerne, denn ich finde die Antworten sehr interessant. Vorweg, falls ihr diese Frage auch beantworten wollt (gerne per Tweet), es gibt kein falsch oder richtig.

Ich habe vergangenen Sonntag die Frage auf Twitter gestellt und dabei auch verschiedene Antworten erhalten. Von „10 kg abnehmen“, über „Bewährte Konzepte nachhaltig besser und für weitere Zwecke anwendbar machen“ über „Innovation: Eine Neuerung, oft durch Technik bedingt, die einen wirtschaftlichen Impact hat und monetarisiert werden kann.“ bis hin zu „Eine Neuerung ganz neu oder in Kombination mit Bestehendem im neuen Kontext, die ganz vielen Menschen hilft und zur Verfügung steht“.

Bis auf die „-10 kg“ waren alle Antworten in einem geschäftlichen Kontext. Das fand ich sehr interessant. Warum?

Ich bin fest davon überzeugt, dass Innovation mehr bedeutet. Darum geht es in diesem Beitrag!

Definition

Innovation stammt (laut Wikipedia) vom lateinischen Verb innovare (erneuern). Damit heißt Innovation wörtlich „Neuerung“ oder „Erneuerung“. In der Umgangssprache wird der Begriff im Sinne von neuen Ideen und Erfindungen und für deren wirtschaftliche Umsetzung verwendet.

Interessant finde ich bei dieser Definition, dass in der Umgangssprache von einer „wirtschaftlichen Umsetzung“ gesprochen wird. Per se muss dem aber nicht so sein. Und das ist auch gut so!

Ein Beispiel mit einem CamperVan

Stellen wir uns einmal vor, ein Mensch (Mitte 40) verkauft von heute auf morgen seine Wohnung, reduziert seine persönlichen Gegenstände, kauft sich einen Campervan und bereist damit die Welt. Er lebt darin, lernt neue Menschen kennen, erfährt und sieht neue Dinge und begibt sich selbst auch auf eine Reise. Dieser Mensch wird (sofern er wieder zurückkommen will) verändert wiederkommen. Auf manche vielleicht wie ein neuer Mensch wirken.

Dieser Mensch hat sich also verändert, erneuert. Es war also eine individuelle und natürlich subjektive Veränderung. Aus der Perspektive dieses Menschen und vielleicht auch aus seinem näheren Umfeld wurde dies aber als Veränderung wahrgenommen.

Genau darum geht es doch, wenn wir von „Innovation“ sprechen, oder?

Zurück zum Thema

Es geht um Weiterentwicklung, um Veränderung, eine andere Perspektive einnehmen. Darum, etwas Neues zu schaffen.

Es muss also nicht immer um ein neues Geschäftsmodell gehen. Auch bedeutet Innovation nicht automatisch ein neues Produkt zu entwickeln. Es gibt drum herum weitaus mehr – ein Blick über den Tellerrand lohnt sich also in jedem Fall!

Noch ein Beispiel

Sprechen wir einmal über Personalabteilungen. Und nein, ich verwende bewusst nicht die Bezeichnung „HR“ (Dazu wird es bald einen eigenen Beitrag geben – seid gespannt!).

Wenn wir hier nun über Innovation und Personalabteilung sprechen, denken manche Menschen vielleicht schon direkt in Produkten oder Kategorien. Vielleicht wird gleich auch an „Digitalisierung„, also an eine digitale Personalakte gedacht. Ist das schon Innovation? Vielleicht. Wahrscheinlich ist es eine Weiterentwicklung von analog zu digital. Damit wäre es nach obiger Definition auch eine Innovation. Was bringt das aber dem Menschen, spezieller: den Bewerbern?

Denn im sogenannten „War of Talents“ wird eine digitale Personalakte weniger bringen. Der Bewerbungsprozess wird nicht anders sein. Und genau hier kommen wir an den Punkt, wo wir über Innovationen sprechen, die dann auch noch einen Sinn und Zweck haben können. In diesem Beispiel wäre es die Veränderung des Bewerberprozesses, um den Menschen (angefangen intern bei der Fachabteilung, über den Personalmanager bis hin zum Bewerber) in den Mittelpunkt zu stellen und auf Augenhöhe zu agieren. Hier wurde also auch noch eine erweiterte Perspektive mit eingebracht. Das wäre dann also eine sinnvolle und mehrwertsorientierte Innovation! 

Auch hier sprechen wir nicht von Produkten oder Geschäftsmodellen. Geschweige denn von wirtschaftlicher Relevanz. Zumindest nicht im direkten Sinne.

Was heißt Innovation also nun?

Eine Innovation kann also weit mehr sein als wir oft annehmen. Es handelt sich nicht um eine Einzelbetrachtung. Es geht hier um mehr, um verschiedene Perspektiven und veränderte Betrachtungswinkel. Es geht um Menschen (das können auch mal Kunden sein) in den Mittelpunkt zu stellen, um gewollte und bewusste Veränderung und dem unbändigen Wunsch danach.

Genau das macht Innovationen und das Auseinandersetzen damit auch so herausfordernd.

Innovationsvorhaben

Wie geht man als Unternehmen also am besten mit Innovationsprojekten um?

Hier sei gleich gesagt, ein Patentrezept gibt es nicht. Das macht aber nichts, denn eine Innovationsreise bedeutet so viel: es wird Spaß machen, Veränderungen geben, Neues erlernt und Altes vergessen. Es wird Punkte geben, an denen man sich fragen wird, ob das Vorhaben scheitern wird oder es tatsächlich scheitert (Lesetipp: Grandios Scheitern). Irgendwann wird man aber feststellen, dass man wirklich etwas erreicht hat. Etwas Neues geschaffen hat, das man für sich selbst (oder im entsprechenden Team, Öffentlichkeit, etc.) als Erfolg verbuchen kann.

Und ob das jetzt ein neues Produkt ist, ob es sich bei der Innovation nun um interne Themen (bspw. neue interne Prozesse) oder um einen externen Bereich (vielleicht doch ein neues Produkt?!) dreht, das hängt immer von der jeweiligen aktuellen Perspektive und dem eigenen Reifegrad ab.

Um sich nicht auf der Innovationsreise zu verlieren, sollte am besten eine individuelle Innovationsbegleitung mit entsprechenden Tools und ggf. auch Methoden anwesend sein. Ob dies intern oder extern ist, spielt dabei keine Rolle. Wichtig ist nur, dass diese Begleitperson in der Lage ist, Perspektiven zu wechseln, bzw. Menschen dazu zu animieren.

Ein Punkt, der zu Anfang aber immer als Basis dient: stellt euch die Frage „was bedeutet Innovation für dich?“ und baut darauf ein gemeinsames Verständnis auf. Gemeinsam verstehen, was Innovation bedeutet und daraufhin Mut fassen und aktiv werden.

Damit kann eine wunderbare Reise beginnen, auf der etwas Neues entstehen kann.

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